STETTINER ODERWERKE AKTIENGESELLSCHAFT FÜR SCHIFF- UND MASCHINENBAU

Die Gründung erfolgte am 28.1.1903 durch Übernahme der 1901 liquidierten "Oderwerke Maschinenfabrik und Schiffsbauwerft AG" in Grabow, die aus der Übernahme der "Stettiner Maschinenbau Anstalt und Schiffsbau-Werft AG vorm. Möller & Holberg" entstanden war. Es wurden See- und Flußschiffe, Schlepper, Frachtschiffe sowie Seebagger gebaut. Von der Gründung bis zum 1. Weltkrieg wurden 154 Schiffe gebaut. Nach dem Krieg erhielt die Werft bis in die 30er-Jahre nur kleinere Aufträge, überlebte aber im Gegensatz zu vielen anderen. 

Die Zeit vor dem 2. Weltkrieg war dann die Blütezeit der Werft, die Anzahl der Beschäftigten stieg auf 3.600. Mit dem Beginn des Kriegs kam der Handelsschiffsbau praktisch zum Erliegen. So sollten auch die Stettiner Oderwerke nach einem Beschluß der Reichsregierung U-Boote bauen. Doch die Werft konnte (oder wollte ?) die Voraussetzungen nicht erfüllen. 

Hafenansicht Stettin  (219 KB)

Zum Ende des Kriegs konnte die zwischenzeitlich beschädigte Werft einen Teil ihrer Belegschaft auch zu anderen Unternehmen nach Emden und Lübeck überstellen. Das sicherte den Bestand des Unternehmens, nicht aber die Anlagen. Diese wurden nach dem Krieg unsinniger Weise demontiert. 

Die Gesellschaft wurde nach dem Krieg zunächst  (1949) nach Lübeck und später (1950) nach Köln verlegt. Warum gerade Köln? Nun hier war der Zufall am Werk. Mit einem umgebauten Fährschiff der Reichsbahn, war Material und Inventar auf Binnen-Wasserstraßen zum Rhein verlagert worden. Dieser Transport war in Köln vom Kriegsende überrascht worden. So passte man den Sitz der Gesellschaft sozusagen dem Standort des Anlagevermögens an. 

Aber gerettet hat dies die Gesellschaft nicht. Zwar wurde noch ein Auftrag ausgeführt, aber bereits am zweiten Auftrag scheiterte die Werft. So mußte man 1954 ein Vergleichsverfahren durchführen, an dessen Ende die Beteiligung des Reeders Charles Satori und die Umbenennung in "Hansa"-Stuhl-und-Schiffbau stand. Aber 1961 war dann auch diese Firma am Ende, sie mußte liquidiert werden, nachdem sie für die Folgen eines Schiffsunfalls nicht aufkommen konnte.

Stettiner Oderwerk 1932 (181 KB)

An historischen Wertpapieren sind bisher die Reichsmark Stücke vom

5. Dezember 1932

12. Februar 1936

29. Juni 1937

November 1941

jeweils über 100 oder 1000 Reichsmark bekannt. Sowie ein in Köln ausgestelltes DM-Stück aus dem Oktober 1958 über 100 DM.

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