NEU GUINEA COMPAGNIE

Die Neu Guinea Compagnie wurde am 12. Mai 1886 als Preussische Korporation in Berlin gegründet. Die Gesellschaft erhielt kraft Kaiserlicher Schutzbriefe vom 15. Mai 1885 und 13. Dezember 1886 die Landeshoheit in den betreffenden Gebieten der Südsee übertragen (Schutzgebiet Deutsch- Neuguinea). Zweck und Tätigkeit waren die Kolonisation des deutschen Schutzgebietes in der Südsee, insbesondere der Erwerb und die Verwertung von Grundbesitz, der Betrieb von Land- und Plantagenwirtschaft, von Bergbau, Handel und Schifffahrt.

Die ersten Jahre der Gesellschaft waren geprägt durch zahlreiche Fehlschläge, das Deutsche Reich nahm darauf im Jahr 1898 die Rechte und Pflichten des Schutzbriefes zurück, da die Gesellschaft der Aufgabe der Ausübung der Landeshoheit nicht gewachsen war. Sie erhielt dafür vom Reich eine Abfindung in Höhe von 4 Mio. Mark, die in Betriebe investiert wurden. 1899 fand die Umwandlung der Gesellschaft in die Rechtsform einer Deutschen Kolonialgesellschaft statt. Erst 1913 wurde die Neu Guinea Compagnie rentabel. Zu dieser Zeit war die Gesellschaft mit 38 Pflanzungen (8.200 Hektar) und zwei großen Handelsniederlassungen das größte Plantagenunternehmen der Welt. Die Compagnie pflanzte hauptsächlich Kokospalmen, Kautschuk und Kakao.

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1914 wurden die Anteile der Compagnie in Höhe von 11 Mio. Mark an der Berliner Börse zum Handel zugelassen. Der 1.Weltkrieges brachte jedoch 1914 die Besetzung von Deutsch-Neuguinea durch australische Truppen.

Während der Kriegsjahre erhielt die Gesellschaft Bilanzfreiheit, so daß der erste Geschäftsbericht nach dem 1. Weltkrieg deshalb erst 1923 vorgelegt wurde. Er erwähnt die außerordentliche Generalversammlung der Gesellschaft von 1920, auf der die Satzung derart geändert wurde, so daß sich das Feld der Tätigkeit der Gesellschaft auch auf andere überseeische Gebiete erstrecken konnte. Der Kauf einer Kaffeepflanzung in Venezuela und ein Engagement in Spanisch-Westafrika sollten dies unterstreichen.

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Das Deutsche Reich erkannte einen Schaden von rund 41 Mio. Mark als Entschädigung für die enteigneten Aktiva der Neu Guinea Compagnie an und zahlte 1.236.800 Mark als Vorentschädigung in Schatzwechseln. Diese mussten jedoch in Papiermark bzw. in Valuta umgesetzt werden, so dass der Gesellschaft aus dieser Transaktion ein Verlust von 579.000 Mark entstand. Die Goldmarkeröffnungsbilanz der Compagnie wies 1924 eine Kapital von 440.000 Goldmark aus, das 1926 auf 590.000 Reichsmark erhöht wurde. Bis 1930 wurden vom Deutschen Reich fast 5 Mio. Mark an Entschädigungen und Wiederaufbaudarlehen gezahlt. Aber alle Versuche neue Aktivitäten zu entwickeln waren erfolglos. Der Beginn des 2. Weltkrieges stoppte die Entwicklung der Gesellschaft. Es gelang zwar durch den Verkauf der ausländischen Niederlassungen einen Teil des Kapitals über den 2. Weltkrieg zu retten, aber danach kam die Compagnie nicht mehr in Schwung.

1948 wurde der Gesellschaftssitz von Berlin nach Hamburg verlegt, 1951 das Kapital im Verhältnis 5:1 von 590.000 RM auf 118.000 DM umgestellt. So lebte die Gesellschaft nach der Währungsreform wieder auf, beschränkte sich allerdings auf die Verwaltung eines Wertpapierbestandes, aus dem 1961 eine Dividende von 5% ausgeschüttet werden konnte. Hauptaktionär war zu dieser Zeit die Afrikanische Frucht- Compagnie, die fast 60% des Kapitals hielt. 1968 erfolgte eine Auszahlung von 40% Dividende auf das Grundkapital gegen Vorlage des Gewinnanteilscheines No. 10. Noch im gleichen Jahr, nämlich am 20. März 1968 beschloß die Hauptversammlung der Neu Guinea Compagnie die Auflösung der Gesellschaft. 1969 erfolgte daraufhin die Zahlung zweier Liquidationsraten in Höhe von 120% bzw. 9% auf das im Verhältnis 5 : 1 von Reichsmark auf DM umgestellte Grundkapital. Nach 82 Jahren war die Gesellschaft erloschen.

Dem Sammlermarkt stehen heute die beiden dekorativen Anteilscheine von 1914 und 1926 in ausreichender Stückzahl zur Verfügung.