XXIII. Auktion des Hanseatischen Sammlerkontor für Historische Wertpapiere am 17.2.2007 im Renaissance Hotel, Hamburg

Fangen wir mit einem Standard an, der nicht selbstverständlich ist. Wie immer 4 Wochen vorher im Netz und natürlich rechtzeitig in der Post der tadellose Katalog mit 1.380 Losen. 357 davon aus Norddeutschland und das lockte knapp 40 Sammler ins Hotel im Herzen Hamburgs. Man durfte gespannt sein, ob die zuletzt guten Ergebnisse der HSK Auktionen noch zu überbieten waren. 

Begonnen wurde mit einem ausgezeichnet recherchierten Vortrag von Dieter Seyfarth zum Thema "Die Rothschilds und die Nordbahn in Frankreich". Eine nicht leicht zu vermittelnde Materie, die Dieter Seyfarth hervorragend aufbereitet hatte. Nach einer kurzen Unterbrechung folgte dann die Auktion, die von Beginn an einen stimmungsvollen Saal erlebte. Michael Weingarten und Christian Schröder haben es erneut verstanden, die Sammler für das HSK-Angebot zu gewinnen. Mit 10 Euro Losen gespickt, entwickelte sich schon im Auslandsteil eine lebhafte Veranstaltung. Da nicht alle Lose aufgerufen wurden, kann man zwar über diesen Teil, wie auch über den Deutschlandteil nur bedingt Aussagen machen, aber es schien zumindest, daß das Ausland gut beboten war. Besonders auffallend die weiterhin hohen Preise für russische Stücke und Papiere mit jüdischem Hintergrund.

Das besondere Interesse der Anwesenden galt auch dieses Mal den regionalen Stücken. Dabei ragte dieses Mal der Teil Niedersachsen/Bremen heraus. Hier hatte man erneut den Geschmack der Sammler getroffen. Alle Lose wurden aufgerufen und die Zuschlagsquote lag bei 55%. Nur knapp dahinter das restliche Norddeutschland mit etwa 50% Zuschlägen. Schade, daß die Fünfte Assekuranz-Kompagnie liegen blieb. Hatte man vor Jahresfrist doch noch drei Interessenten für dieses Papier. 

Das übrige Deutschland konnte, wen wundert es, nicht ganz mithalten. Nach der Mittagspause aufgerufen erzielten aber auch in diesem Teil manche Papiere bemerkenswerte Ergebnisse. Da fragt man sich schon, warum das gleiche Stück ein halbes Jahr vorher zum Ausruf liegen blieb. Die Zuschlagquote in diesem Teil zu schätzen fällt mir dieses Mal schwer, da die Zuschläge doch sehr unterschiedlich waren und selbst ein Trend nicht auszumachen war. Ich vermute etwa 40%, vielleicht sogar etwas besser. Die Auktionatoren jedenfalls dürften zufrieden sein, besonders wenn man das Ergebnis der nachfolgenden Papiere über 1.000 Euro betrachtet.

Einzelergebnisse über 1000 Euro:

Cie des Fosses a Charbon de Mr. Le Marquis de Traisnel, Anniche, 1781 (Ausruf 1.000/ Zuschlag 1.000)

Societe d'Assurances Maritimes etablie a Bruges, Brügge, 1783 (1.750/1.750)

Actien-Zucker-Fabrik Watenstedt, 1871 (4.000/4.000)

Actien-Zuckerfabrik zu Osterwieck, 1878 (1.000/1.200)

Georg der Dritte, ..., Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, 1762 (2.500/3.200)

Kaiser Brauerei, Ricklingen, 1902 (1.900/1.900)

Neue Dampfschiffreederei "Frisia", Norderney, 1907 (1.500/1.500)

Zucker-Raffinerie Hildesheim GmbH, 1919 (1.400/1.800)

Deutsch-Westafrikanische Compagnie Brueckner & Comp. KGaA, Berlin, 1889 (1.800/1.950)

Erbzinsgut Friedrichsruhe, Hamburg, 1859 (2.200/2.200)

Hamburg-St. Pauli Turnverein, Hamburg, 1901 (1.500/1.700)

Actien-Brauerei Paulshöhe, Schwerin, 1873 (5.000/5.500)

Badischer Verein für Geflügelzucht, Carlsruhe, 1865 (1.000/1.000)

Bergwerkgesellschaft Königin Elisabeth, Essen, 1873 (1.600./1.600)

Export-Bierbrauerei Feldschlösschen vorm Otto Kattge, Mülheim, 1899 (650/1.000)

Große National Mutter Loge zu den drei Weltkugeln, Magdeburg, 1833 (1.200/1.200)

Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft, Köln, 1855 (4.500/4.600)

Preußische Bergwerks- und Hütten-AG, Berlin, 1869 (1.800/1.800)

Schlesische AG für Bergbau und Zinkhütten-Betrieb, Breslau, 1853 (1.500/1.500)

Steinkohlenzeche Mathias ins Osten, Bochum, 1851 (800/1.400)

Welthandels-Palast, Leipzig, 1921 (600/1.400)

Zeche Johann Mathias, Bochum, 1845 (800/1.500)

Zuckersiederey Comp., Bernburg, 1856 (2.500/2.600)

 

Nicht zugeschlagen wurden:

Fünfte Assekuranz-Kompagnie, Hamburg, 1808 (7.200)

Elmshorner Brauhaus mbH, Elmshorn, 1909 (1.400)

Chemische Fabrik Berlin-Charlottenburg, 1871 (1.700)

Gasapparat- & Guss-Werk, Mainz, 1878 (1.400)

Steinkohlen-Bergwerk Haus Dudenroth, Asseln, 1872 (1.000)

Stettiner Eisenbahnbedarf- und Maschinenbau-AG Arthursberg, Stettin, 1871 (1.750)

 

 

Ein Resume ist schnell gezogen. HSK bleibt nicht nur Spitzenreiter bei den norddeutschen Papieren, sondern ist auch mit seinen "Randgebieten" weiterhin erfolgreich. Natürlich kann man nicht immer höher, teurer und besser, aber mit dieser Auktion wurden die sehr guten Ergebnisse nicht nur bestätigt, sondern fortgesetzt. Wollen wir hoffen, das HSK Trendsetter für unseren Markt bleibt, dann steht uns nämlich ein gutes Jahr bevor. Auf dem üblichen kleinen Basar zum Abschluss, traf man bei positiver Grundstimmung die bekannten Gesichter und der Handel schien recht glücklich über die gemachten Geschäfte.